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Die ‚Femme Fragile‘ ist ein Frauenbild, das insbesondere im Europa des Endes des 19. Jahrhunderts populär war. Aus der Perspektive der Männer, viele von ihnen Schriftsteller, die dieses Bild erschufen, war die ‚Femme Fragile‘ eine Frau, die Aufmerksamkeit durch ihre zarte und kränkliche Schönheit erregte. Die ‚Femme Fragile‘ war rein und schwach, sie brauchte den männlichen Schutz.

 

In meiner Arbeit beziehe ich mich auf dieses historische Bild sowie auf einen dreijährigen Aufenthalt in Asien, wo ich realisierte, dass das Bild der ‚Femme Fragile‘ noch immer in unser heutigen Gesellschaft verankert ist.

 

Allerdings, und insbesondere heute, lassen physiologische Aspekte nicht immer auf die psychologischen schließen. Wer bzw. was fragil erscheint, muss noch lange nicht fragil sein.

 

Außerdem kann Fragilität auch dazu genutzt werden, um Einfluss auf die Umwelt aus zu üben. Denn was fragil ist, muss vor der Härte der Realität geschützt werden. Schwäche kann sich so in Stärke wandeln.

 

Das zentrale Material meiner Arbeiten ist das Ei als Symbol für Weiblichkeit und Fragilität. Die Eier erscheinen fragil, sind aber überraschend robust. Nichts desto trotz beeinflussen sie sowohl das Verhalten des Trägers als auch das anderer Personen zum Träger. 

© 2013 by Anja Eichler